Mittwoch, 9. November 2011

Die Ballade vom Räubergaul Tracey

Martin, der böse Hasenmann und "Duke of Gay", hat während des Rückfluges nach Wien Geschlechtsverkehr auf der Flugzeugtoilette. Und zwar mit dem heißblütigen mexikanischen Steward Rodrigo, einem promovierten Volkswirt. Beiden bedeutet es nichts, es ist nur emotionsloses, mechanisches Gereibe. Die Edelute macht mit ihrem Schnabel ein "Pickerchen" ... naja. Als Martin zurückkommt, entspinnt sich folgender Dialog:

Edelute: Wo?!!
Martin: Ich war draußen eine rauchen.
Edelute: Aha, lass mich bitte schlafen.

Der schwule böse Hasenmann
ist nicht wirklich verliebt- Fotomontage!

Rodrigo anlässlich seiner Promotion zum Doktor der Volkswirtschaftslehre,
Universität von Mexiko Stadt, Aula.
Indes verletzt sich Tracey, das Pferd welches immer fetter und gieriger wird und auf dem nach wie vor keiner sitzen will, beim Versuch, hundert Karotten auf einmal hinunter zu stopfen, am Auge. Alfie bastelt ihr eine Augenklappe. Sie schläft am Boden des Hotelzimmers, Muschulu und Alfie liegen gemeinsam auf der Doppelknoblauchzehe.

Muschulu: Irgendwie geht nichts weiter!

Die dicke Tracey hat Fieber und schläft ein. Dabei konfrontiert sie sich im Traum mit ihrer Vergangenheit: sie war einst Angestellte bei L'angoisse du jour, bevor sie sich kurzerhand für ein Leben als Räubergaul entschied. Im Traum hebt sie an zur "Ballade vom Räubergaul Tracey"...

Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache Kaffee für jeden.
Und Sie geben mir eine Möhre und ich bedanke mich so
Und Sie sehen meinen Schreibtisch und dies lumpige Büro
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein im SAPA
Und man fragt: Was ist das für ein Geschrei?
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt: Was lächelt die dabei?
Und eine Herde aus acht Gäulen
Und mit fünfzig Säck' Hafer
tritt die Gasse zu Brei

Man sagt: Geh, label die Filme, mein Kind
Und man reicht mir die Rohkost hin.
Und die Rohkost wird genommen und das Label gemacht!
(Es wird keiner mehr Filme schauen in dieser Nacht.)
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös sein im Schnittraum
Und man fragt: Was ist das für ein Getös?
Und man wird mich wiehern hören hinterm Fenster
Und man sagt: Was wiehert die so bös?
Und die Herde aus acht Gäulen
Und mit vierzig Säck' Hafer
Trampelt die Filmfirma platt

Meine Herren, da wird ihr Lachen aufhören
Denn die Macbooks werden fallen hin
Das "Aquarium" wird gemacht dem Erdboden gleich.
Nur ein lumpiger Schreibtisch wird verschont von dem Streich
Und man fragt: Wer frisst seine Äpfel an ihm?
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei im Büro sein
Und man fragt: Warum wird dieser Schreibtisch gespart?
Und ich werde galoppieren aus der Tür am Morgen
Und man sagt: Die hat am Schreibtisch geharrt?
Und die Herde aus acht Gäulen
Und mit dreißig Säck' Hafer
labt sich am Einreichungstext.

Und die Gäule werden furzen in der L'angoisse du jour
Und werden auf den Trümmern treten
Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
Und legen ihn in Ketten und bringen vor mir
Und fragen: Welchen sollen wir töten?
Und am Mittag wird es still sein im Büro
Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
Und dann werden Sie mich schnauben hören: Alle!
Und wenn dann der Kopf fällt, sag ich: Hoppla!
Und eine Herde aus neun Gäulen
Und zehn Säck' Hafer
Wird entschwinden von hier.

Räubergaul Tracey, angelehnt an Bert Brecht (der das nicht mag).

3 Kommentare:

  1. Dramatisch, aber du bleibst deinen primitiven Wurzel treu. Könnte aber etwas länger sein.

    Lieblignsteil. Maah, und die Macbooks werden fallen hin.

    Oder um Lady Gaga zu zitieren: "Popeln in der Nase, ist nicht immer gesund, denn manchmal ist es auch ungesund"

    Was gibt es da noch zu sagen? Nix. Garnix. Tschüss.

    AntwortenLöschen
  2. Kumm essen!

    PS: Ich stelle mir Rodrigo immer als Danny Trejo vor.

    AntwortenLöschen
  3. Großartig!!!
    Besonders gern magi:
    Man sagt: Geh, label die Filme, mein Kind
    Und man reicht mir die Rohkost hin.

    Wirklich ganz großartig... und ungelogen.

    AntwortenLöschen